Sie sind hier: Elterninfos / Generationen im Klassenzimmer
Samstag, 26. Mai 2018

Ein Rückblick zum Projekt «Generationen im Klassenzimmer»

Die allseits liebgewonnen Senioren sind nun bereits seit einiger Zeit bei uns an der Schule. Die Kinder und Lehrpersonen haben ein paar Gedanken aufgeschrieben:

  • Unser Senior muss hierbleiben, weil er hilfsbereit ist und uns Sachen beibringt
  • Ich kann schneller arbeiten, weil es zwei Ansprechpersonen gibt. Ich bin sehr zufrieden und hoffe, dass auch unser Senior mit uns zufrieden ist
  • Unser Senior kann gut erklären, er sollte Lehrer werden
  • Das Projekt hilft mir sehr. Unser Senior hat sehr viel erlebt und er kann viele Dinge.
  • Unser Senior ist immer sehr nett und ich hoffe er bleibt weiterhin bei uns in der Klasse
  • Ich finde es sehr schön, dass uns unser Senior immer am Montag besucht. Er unterstützt uns immer bei der Mathematik und anderen Sachen. Er ist ein sehr lieber Mann
  • Der Senior hat mir sehr geholfen und mit ihm zu lernen macht Spass. Ich wünsche mir, dass er immer bei uns bleibt.

Unsere «Klassenoma»

Wenn unsere Klassenoma das Schulzimmer betritt, füllt sie es sogleich durch ihre freundliche und grossmütterliche Ruhe und durch ihre aktive Präsenz aus. Die Kinder schätzen ihre Anwesenheit sehr. Sie ist dann einfach da, setzt sich zu einem Schüler oder hilft einer Schülerin, wo es gerade nötig ist. Jedes Mal bringt sie für die Klasse eine Geschichte, deren Kern von den Kindern intuitiv und leicht erfasst wird. Es sind Geschichten, die über unsere christlichen Grundlagen und Traditionen hinaus Gültigkeit haben oder welche, die verschiedene kulturelle Vorstellungen des Zusammenlebens im Klassenzimmer verbinden. Wir freuen uns immer auf ihre Besuche.

Ohne Leistungsdruck mit den Kindern lernen

Unsere Seniorin verbringt seit Frühjahr 2012 einen Vormittag pro Woche mit uns. Es liegt an der speziell liebenswürdigen Art, dass sie von den Schülern und mir sehr geschätzt wird. Oft bringt sie ihre Meinung und ihre Erfahrung mit in den Unterricht ein. Unvoreingenommen und verständnisvoll hilft und unterstützt sie Schüler, ohne Leistungserwartungen an sie stellen zu müssen.

Rückmeldung der Schüler: Unsere Seniorin ist sehr hilfsbereit und nett. Sie ist für alle da, erzählt spannend aus ihrer Sicht. Wir möchten, dass sie weiterhin in die Klasse kommt.

Wir hoffen, dass sie noch lange gefallen an der Mitarbeit in der Schule hat und sie viele Aktionen begleiten wird.

Rückblick Generationen im Klassenzimmer
Rückblick Generationen im Klassenzimmer
Rückblick Generationen im Klassenzimmer

Brückenschlag der Generationen im Klassenzimmer

Helene Rösch, Monika Schumacher und Patricia Capiello werben für die Begegnung der Generationen in den Schulzimmern.
Helene Rösch, Monika Schumacher und Patricia Capiello werben für die Begegnung der Generationen in den Schulzimmern.

Angesprochen und eingeladen sind Senioren und Seniorinnen ab 60. Im Rahmen des Pro-Senectute- Projektes würden sie während eines Semesters einmal pro Woche für einen halben Tag eine Kindergarten- oder Schulabteilung besuchen und begleiten.

Beachten Sie dazu das Faltblatt der Pro Senectute Aargau.

(zk) – Also nicht nur als aufmerksame Zuhörer im Klassenzimmer sitzen, sondern in Absprache mit der Lehrperson sich aktiv am Geschehen beteiligen. Das Ganze steht auch in Zusammenhang mit dem Jahr der Freiwilligenarbeit, geschieht also ehrenamtlich. Zur Informationsveranstaltung hatte die Pro Senectute zusammen mit der Schulleitung in die «Arche» eingeladen. Drei Frauen teilten sich in die Programmgestaltung: Monika Schumacher von der Pro Senectute, Patricia Capiello als Schulleiterin und Helene Rösch als Seniorin mit Projekterfahrung. Ihr Publikum waren interessierte Senioren und Seniorinnen sowie Lehrpersonen.

Ein halbes Jahrhundert Altersunterschied

Wer ins interessante Wagnis einsteigt, wird zwischen 60 und ungefähr 80 Jahren alt sein, also Leute, die vor 50 Jahren die Schulbänke gedrückt haben. Sie wären fehl am Platze, wenn sie im Klassenzimmer einfach wieder den Betrieb von damals aufleben lassen möchten. Dieses Risiko besteht aber nicht. Es sind Leute, welche mit gesunder Neugierde diese Form des Zeitsprungs wagen möchten. Der Gewinn kann auf beiden Seiten liegen. Man lernt sich kennen und fördert das gegenseitige Verständnis. Man erlebt eine Jugend, die ein Spiegel der veränderten gesellschaftlichen Verhältnisse ist. Was diesen jungen Menschen möglicherweise in der Beherrschung klassischer Schuldisziplinen abgeht, machen sie im Umgang mit den Errungenschaften der Elektronik wett.

Im abgestimmten Einsatz

Wer es wagt, soll sich auf keinen Fall überfordert vorkommen. Die betreffende Lehrperson bleibt für den Unterricht verantwortlich. Die Senioren und Seniorinnen treten nicht als Hilfslehrkräfte auf. Sie bringen schlicht und einfach ihre grosse Lebenserfahrung ein und bemühen sich, einiges davon kindergerecht umzusetzen. Monika Schumacher zeigte in Zusammenarbeit mit Dani Berz Möglichkeiten auf. Da geht es um Erzählen und Vorlesen, um praktische Mithilfe im Mal-, Zeichen- und Werkunterricht, um Begleitung bei Exkursionen, um Hilfestellung bei Projekten, um Einsatz bei Gruppen- und Einzelarbeit. Die heutige Unterrichtsgestaltung – ganz anders als die damalige «Frontalbehandlung» – bietet eine Vielzahl dankbarer Einsatzformen.

Eine überzeugende Botschafterin

Beste Werbung für das Vorhaben war der Auftritt von Helene Rösch. Sie bringt Praxiserfahrung vom laufenden Endinger Projekt ein. Auch sie hatte Hemmungen, doch heute kann sie begeistert von ihren Einsätzen im Kindergarten berichten. Sie erlebte, wie man auch als «Grosi» leicht den Zugang zu den Kleinen findet. Die Kinder spüren, dass von den älteren Menschen mehr Gelassenheit und Nachsicht ausgeht, dass für sie Leistungsnormen weniger zählen. Wenn man die Kinder gerne hat, ist es leicht, ihnen auf ihrer Wellenlänge zu begegnen. Wie es weitergehen soll? Eine Fragerunde bot Gelegenheit zu vertiefter Information. Die Anwesenden erhielten Anmeldetalons für weitere abklärende Kontaktnahmen. Natürlich hofft man bei der Pro Senectute und bei der Schulleitung auf ein gutes Echo, damit das Endinger Modell Schule macht.